Review: KAT – THE LAST CONVOY

KAT aus Polen feiern mit THE LAST CONVOY ihr mittlerweile 40-jähriges Bandjubiläum. Ein guter Grund diese Scheibe auf den Stahlwalzer Seziertisch zu legen.

Kat - The Last Convoy
KAT – THE LAST CONVOY

Band: KAT
Album: THE LAST CONVOY
Genre: HEAVY METAL
Label: PURE STEEL RECORDS
VÖ: 25.09.2020

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Wertung: 2,5 von 5 Punkten

Bewertung: 2.5 von 5.

Traditionalisten hoch die Fahne

KAT aus Polen haben sage und schreibe 1984 ihre erste Single und 1985 das Debüt-Album Metal and Hell auf die Metalwelt losgelassen. Eine unglaublich lange Zeit und ein Teil von uns ist zu diesem Zeitpunkt noch Quark im Schaufenster.
Somit haben sich KAT Gedanken gemacht, wie man den runden Geburtstag wohl am besten feiern könnte. Natürlich mit einem Album. Allerdings soll es ein Album besonderer Natur sein. Also entschied man sich für eine Mischung aus Eigenkompositionen und Coversongs diverser Szenegiganten.

Man tat allerdings gut daran das Verhältnis nicht 50:50 zu teilen, sondern den Fokus auf Eigenkreationen zu haben.
Welche Coversongs finden wir denn jetzt auf THE LAST CONVOY vor. Das ist so einfach, wie fast selbsterklärend. Da wären Highway Star von Deep Purple, Blackout von den Scorpions und You Shock Me All Night Long von AC/DC. Dazu weiter unten aber mehr.

Innovativ und eigenständig?

Satan´s Night ist der Opener von THE LAST CONVOY. Gleich in den ersten Sekunden wird klar, hier bekommen wir Heavy Metal. Und gerade als die Vocals einsteigen, verliere ich mich immer wieder darin einen Vergleich mit Helloween anzustellen. Sänger Qbek Weigel hätte auch beispielsweise die The Time Of The Oath einsingen können. Denn gerade in höheren Gesangslagen wird eine Nähe zu Andi Deris deutlich hörbar.
Der Opener ist gut gewählt, denn mit dem anschließenden Titeltrack The Last Convoy wird das Tempo etwas gedrosselt. Auch hier weicht man nicht von den Songkonstrukt ab und zieht sein Ding weiter durch. Grundsolide Arbeit, eingängige Songs, geradlinige Hooklines und immer die Chance, den Song auch schon beim zweiten Chorus mitträllern zu können.

Die Anwesenheit diverser Gastsänger macht sich dann bei Mind Cannibals zum ersten mal bemerkbar. Henry Beck jongliert dort mit den Vocals und der Song erhält dadurch eine gewisse Prog-Richtung. Das sorgt natürlich für weitere Abwechselung, ohne allerdings für einen richtigen Überraschungsmoment zu sorgen.

KAT aus Polen sind mittlerweile 40 Jahre mit Ihrem Heavy Metal unterwegs

Tim „Ripper“ Owens und Coversongs

Auch Mr. Tim „Ripper“ Owens, der ja nun jedem Metal-Fan spätestens nach seinem Judas Priest-Engagement ein Begriff ist, ist auf THE LAST CONVOY von KAT vertreten und reiht sich in die Riege der Gratulanten mit ein. Sein Beitrag zur 2020er Version von Flying Fire ist hingegen schon eine grandiose Aufwertung des Albums. Es mag zum einen an Owens liegen, es mag aber auch daran liegen, dass man noch einmal Hand an Flying Fire aus 2019 gelegt hat.

Mit den Coversongs hat sich KAT auf THE LAST CONVOY wohl selbst beschenkt. Highway Star ist jetzt keine runderneuerte Version von Deep Purples Original. Es ist ein Coversong. Ebenso verhält es sich mit Scorpions Blackout. Wobei mir, als heimatverbundener Niedersache, automatisch das Tanzbein anfängt zu zucken. Ich mag den Song, ich mag die Scorpions und die Interpretation von KAT ist durchaus gelungen. Musikalisch, wie auch gesanglich ist das eine gut gemachte Coverversion.
Das man sich dann aber auch noch an You Shock Me All Night Long abarbeiten musste, kann ich hingegen nicht wirklich verstehen. Da fehlt es mir wiederum an der eigenen Note. Auf biegen und brechen so klingen und singen zu wollen, wie eben AC/DC-Frontsau Brian Johnsen, lassen nicht alle Stimmbänder zu. Und das ist auch zu hören. Man stößt an Grenzen und das mindert das Hörvergnügen ungemein.
Als sogenannter Hidden Track wird uns dann noch einmal der Refrain zu You Shock Me All Night Long verkauft. Das muss man auch erstmal gut finden.

KAT – THE LAST CONVOY, das Fazit

Um ein Fazit mit einem Wort finden zu wollen, müsste man sich wohl für den Terminus „Durchwachsen“ entscheiden. Man hätte sich im Hause KAT für mehr Eigenkompositionen entscheiden sollen. Gerne vielleicht auch noch Songs aus der großen Diskographie der Polen. Die dann in einem neuen Mantel gehüllt, wie man eben bei Flying Fire vorgegangen ist.
Das ist eine Nummer die Spass macht. Ebenso Satan´s Night und der Titelsong The Last Convoy.
Leider wird dieses Gefühl durch den Bremsklotz der Platte, Dark Hole – The Habitat Of Gods, schnell zunichte gemacht. Hier nimmt man gänzlich jegliches Tempo aus THE LAST CONVOY raus. Sicherlich sind Akustiksongs schön, um auch mal eine andere Seite zu zeigen. Aber hier verliert man sich in der Komplexität des Songs und die letzten zwei Minuten wirken dann schon fast wie Fahrstuhlmusik. Jazzeinflüsse sind im Gesamtbild gar nicht so passig.
Gut, dass man da aber noch die Kurve bekommen hat.

Diese Platte ist geeignet für echte KAT-Fans und die, die es noch werden wollen. Natürlich aber auch für die Traditionalisten unter uns und diejenigen, die damit einfach ihre KAT-Diskographie vollständig haben wollen und müssen.

Die Stahlwalzer Anspielspieltipps:

Satan´s Night, The Last Convoy, Flying Fire 2020

Tracklist

01. Satan´s Nights
02. The Last Convoy
03. Mind Cannibals
04. Highway Star
05. Dark Hole – The Habitat Of Gods
06. Flying Fire 2020
07. Blackout
08. You Shook Me All Night Long
09. Hidden Track

Line-Up

Qbek Weigel – Vocals
Piotr Luczyk – Guitars
Adam „Harris“ Jasiński – Bass
Mariusz Prętkiewicz – Drums

Special Guest:
on vocals
Tim RIPPER Owens (song 6)
Henry Beck (song 3)
Maciej Lipina (song 5)

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