Review: DENOMINATE – ISOCHRON

DENOMINATE – ISOCHRON liegt heute nach der Sommerpause als erstes auf dem Stahlwalzer Seziertisch. Und was es dort zu hören gibt… lest selbst.

DENOMINATE- ISOCHRON
DENOMINATE- ISOCHRON

Band: DENOMINATE
Album: ISOCHRON
Genre: TECHNICAL DEATH METAL
Label: INVERSE RECORDS
VÖ: 24.07.2020

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Wertung: 4 von 5 Punkten

Bewertung: 4 von 5.

Tech-Death aus Skandinavien

DENOMINATE stehen zweifelsohne für technischen Death Metal mit einer progressiven Note. Somit machte sich das finnische Quintett auf, um ihr drittes Album in Form zu gießen und ISOCHRON über INVERSE RECORDS zu veröffentlichen.
Für das Cover-Artwork zeichnet sich Juha Vuorma verantwortlich, der unter anderem bereits für Bands wie Autopsy, Kalmah oder Whiplash den Stift in der Hand gehalten hat.

ISOCHRON ist der Nachfolger von dem 2014er Werk Realms Of Confusion und dem 2016er Album Those Who Beheld The End. DENOMINATE haben ihre Wurzeln im Extreme Metal, was man auch zu jeder Sekunde auf ISOCHRON hört. Hauptsongwriter ist Gitarrist Kimmo Raappana, der dem Hörer ein rundes Bild dieser Veröffentlichung aufzeigen will.

Der Mix machts?

Wie es so im Death Metal nun mal ist, gibt es viele Möglichkeiten das Todesblei in deine Gehörgänge zu gießen. Brachial, technisch, treibend, melodiös, rasend, mit dem Vorschlaghammer, mit dem Presslufthammer… egal wie, auf irgendeine Art und Weise wird er da schon ankommen. DENOMINATE allerdings bedienen sich aller stilistischen Optionen und aufgrund der, mitunter epochalen, Songlängen darf an mancher Stelle auch ein Vergleich zu dem Schwedenhappen Opeth gezogen werden. Denn auch die Songs sind mit einer durchschnittlichen Spielzeit von 7 Minuten auf eben diesem Niveau angelegt.

Und das ist es auch, was den Silberling ausmacht. Es wird nicht platt ein Riff nach dem anderen gedroschen. Nein, denn hier macht man sich so viele Gedanken um Songstruktur, um einen roten Faden und um die Abwechselung zwischen Melancholie, hartem Riffing, treibenden Parts, Blastbeats, präzise Schnittarbeit sägender Gitarren im Gehörgang und die Zeichnung eines düsteren Bildes.
The Chronicler ist hier das Paradebeispiel. Mit 10 Minuten Spielzeit auch der längste Track von ISOCHRON. Aber hier wird alles vorgenannte in ganzer Pracht verpackt.

DENOMINATE aus Finnland
DENOMINATE aus Finnland

Die ISOCHRON Atmosphäre aufsaugen

Lyrisch lässt sich die Atmosphäre, welche DENOMINATE versprühren, am ehesten im dunkel-traurigen und bisweilen melancholiegetriebenen Rahmen einordnen, die sich aber aufgrund des aggressiven Growlings von Brüllwürfel Ville Männikkö nicht als Trauerweide darstellen. Dazu die permanet variable Gitarrenarbeit und immer präsente Abwechselung in den Songs sorgt eben für eine besondere Atmosphäre. So hat der Hörer das große Glück bei jedem erneuten Durchlauf der Scheibe etwas neues entdecken zu können.
Da gibt es Momente, die unter die Haut gehen und für einen Gänsehautmoment verantwortlich sind. Dann wiederum will man einfach nur ausbrechen, headbangen und mitbrüllen. Und wenn man hier von Licht und Schatten spricht, dann nur aufgrund der Komplexität der Songs. Denn jeder Song ist eine Reise. Eine Reise, die durch das Album geleitet wird. Ein Wechsel aus Licht und Dunkelheit. Ein Wechsel zwischen tiefer Traurigkeit und purer Euphorie. Ein Wechselbad sondergleichen.

Fazit zu ISOCHRON von DENOMINATE

DENOMINATE haben mit ISOCHRON etwas erschaffen, wie es wahrscheinlich nicht viele können. Ein durch und durch abwechselungsreiches Album auf höchstem, technischen Niveau.
Das wird gleich zu Beginn von ISOCHRON klar. The Chain, Depature und Abonded sind so voller Vielfalt, dass man definitiv gefesselt wird, von Songstruktur, Songwriting und Ausdruck. Mit Desolation hat man allerdings einen Ausreißer in der Tracklist, welcher nicht gänzlich zu dem Konzept ISOCHRON passt. Doomig, stampfend und gedrosselt kommt der Track daher. Sicherlich ist auch hier technisch und spielerisch alles im Rahmen, allerdings war ich schon verwundert eine Doom-Nummer vorzufinden.
Das Album verliert gerade in der Phase etwas an Kraft und Dominanz, die vorher ausgestrahlt wurde.
Im Anschluss rückt man diesen Ausreißer aber mit The Chronicler wieder zurecht und bildet mit dem Titelsong Isochron noch einmal einen würdigen Finisher, der das dritte Studioalbum komplett abrundet.

DENOMINATEs ISOCHRON erhalten somit eine Wertung von 4 Punkten. Denn natürlich sind sieben Minuten Tracks nicht jedermanns Sache und mit Desolation wird schon etwas mit den Gefühlen des Zuhörers gespielt. Und hier werden vorherige, geschürte Erwartungen nicht erfüllt. Allerdings ist diese Reise, auf die uns die Jungs von DENOMINATE entführen, immer wieder von neuen Elementen begleitet. Das macht das Album schon in seiner Vielfalt nahezu einmalig. Und wer sagt, es gibt heutzutage keine neue Musik mehr zu entdecken, der ist einfach schief gewickelt.

Die Stahlwalzer Anspielspieltipps:

Departure, Abandoned, The Chronicler

Tracklist

01. The Chain
02. Departure
03. Abandoned
04. Succession
05. Desolation
06. The Chronicler
07. Isochron

Line-Up

Kimmo Raappana – Guitar
Eetu Pylkkänen – Guitar / Backing Vocals
Joni Määttä – Drums
Ville Männikkö – Vocals
Tuomas Pesälä – Bass

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