Review: CORROSIUM – UNDERTOW (EP)

CORROSIUM spielen auf UNDERTOW Bombastic Metal. Alleine bei diesem Terminus wurde ich neugierig. Denn was ist Bombastic Metal für ein Genre? Wer hat sich da wieder was einfallen lassen? Muss es das wirklich geben? Und welche Stilelemente fügt man zusammen um im Ergebnis auf diese Bezeichnung zu kommen.
Das ist für mich auf jeden Fall ein Grund, mir die EP UNDERTOW aus dem finnischen Hause CORROSIUM anzuhören und auf meinen Seziertisch zu legen.

Band: CORROSIUM
Album: UNDERTOW (EP)
Genre: BOMBASTIC METAL
Label: INVERSE RECORDS
VÖ: 04.12.2020

Links:
Homepage
Facebook
Instagram
Spotify

Wertung: 3 / 5 Punkte

CORROSIUM – UNDERTOW (EP)

Unter der Lupe betrachtet

Bereits am 04.12.2020 erschien mit UNDERTOW die EP inklusive der Single „Bleeding Starlight“, welche bereits im Mai des vergangenen Jahres das Licht der Welt erblickt hat. CORROSIUM nutzten also die äußerst schlechten Vorzeichen im Bezug auf Liveaktivitäten und abgesagten Festivals. Mit dem 4-Tracker wollte man zumindest diese Zeit für sich sinnvoll nutzen. So hat auch schon alleine das Cover-Artwork angeregt auf das, was sich dahinter verbirgt. Gepaart mit der Genrebezeichnung „Bombastic Metal“ hat man scheinbar vieles richtig gemacht.

Das finnische Quintett lässt sich dabei auch eher schwierig mit jemandem vergleichen. Am ehesten vielleicht noch mit Pain in derer Phase weg vom Industrial-Sound, hin zum massenkompatiblen und melodiegeführten, was soll man sagen, bandeignen Bombastic Metal. So kann man es, denke ich, am Ehesten beschreiben. Denn gleich bei „Bleeding Stars“ wird einem im Intro dieses Bild gleich mal vor Augen geführt. Knackige Riffs, die unterstützenden Synthies, klare Gesangslinien und ein Beat, der zum mitnicken einlädt.
So richtig bombastisch wird es dann im letzten Songdrittel, wo der Eindruck einer dramatisch vorgetragenen Filmmusik vermittelt wird. Nice.

CORROSIUM über UNDERTOW

Wir begannen diese EP aus einer anderen Situation heraus zu machen als das Debütalbum. Diesmal wurden alle Songs speziell für CORROSIUM komponiert, während auf dem Vorgängeralbum Songs zu hören waren, die vor der Geburt der Band geschrieben wurden. Dennoch ist es uns gelungen, die charakteristische Atmosphäre, die Melodien und die tiefen harten Riffs beizubehalten.
„Bleeding Starlight“ wurde im Frühling als Single veröffentlicht und zeigte die Entwicklung der Band in Form von komplexeren Kompositionen und tieferen lyrischen Themen. Während des Schreibprozesses für diese Veröffentlichung schloss sich die Welt. Alle für das Frühjahr und den Sommer geplanten Shows und Tourneen wurden verschoben oder abgesagt, so dass wir viel Zeit hatten, die Songs fast bis ins unendliche zu verfeinern. Wir glauben, dass diese Qualität von der EP gehört werden kann.

Pressetext Inverse Records

Tragik, Dramatugie und eine Portion von etwas epischen?

Wir drosseln das Tempo und landen bei „The Day We Fall“ und hier legt man sich gewaltig ins Zeug. Das Zusammenspiel und eine resultierende Abwechselung zwischen harten Riffing, atmosphärischen Keys und einem fast schon balladesken Chorus sorgen für einen wohlig eingängigen Sound. Der Spannungsbogen, den man in diesem Song verwendet, ist eine Mischung aus Tragik, Dramatugie und eben einer gewissen Epic, wie man sie vielleicht von Bands wie Savatage, Dream Theater oder ähnlichen Protagonisten erwartet. Allerdings verzichtet man gänzlich auf Progressivität und bleibt sauber in dem, was man schlicht als Eingängigkeit bezeichnet.

Dieses Stilmittel verwendet man ebenfalls in dem Titeltrack „Undertow“, der aber zu seinen Vorgängern an Qualität nicht mithalten kann. Vieles wirkt hier schon voraussehbar. Auch wenn sich hier die bombastischen Momente wieder mit Tempi- und Stimmungswechseln die Klinke in die Hand geben.

Ohne Druck zum Produkt

Wenn es möglich ist, in einer EP für einen absoluten A-ha-Moment zu sorgen, dann ist es CORROSIUM mit „I Remain“ gelungen. Denn was uns hier entgegendrückt darf in dieser Form nun aufgrund der drei Songs zuvor nicht unbedingt erwartet werden.
In der Songmixtur setzt man gesangstechnisch auch mal auf die Karte „Growling“, was nun wirklich für eine faustdicke Überraschung sorgt. Die Gitarrenparts wirken mitunter ein stückweit aggressiver und gehen mehr ins Tanzbein.
Hier wird allemal deutlich dass sich CORROSIUM nicht sofort in eine Schublade stecken lassen und die Begrifflichkeit Bombastic Metal seine Berechtigung hat. Auch wird deutlich, dass man sich mit der EP die Zeit für die Recordings genommen hat, um wirklich etwas Eingängiges und Hauseigenes zu produzieren.

Corrosium mit ihrer neuen EP im Gepäck
CORROSIUM bombastisch mit UNDERTOW unterwegs.

Des Stahlwalzers Fazit

Im Hause CORROSIUM hat man mit dieser EP ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. UNDERTOW bietet aber definitiv noch Luft nach oben und es darf auf jeden Fall etwas mehr kommen. Richtig war es auf jeden Fall „I Remain“ an der vierten Position der Tracklist zu platzieren, denn gerade nach dem Titelsong hat sich ein Gefühl der einkehrenden Wiederholbarkeit eingeschlichen.
Auch wenn die Songs sich bombastisch in die Gehörgänge schleichen, so haben „Bleeding Starlight“ und das angesprochene „I Remain“ das Potential dort auch zu verweilen. Lassen wir uns aber von dem überraschen, was da noch so kommen mag. Denn CORROSIUM haben mit Sicherheit noch etwas im Rucksack des Songwritings, was für eine Überraschung sorgen könnte.

Des Stahlwalzers Anspielspieltipps:

Bleeding Starlight, I Remain

Tracklist

01. Bleeding Starlight
02. The Day We Fall
03. Undertow
04. I Remain

Line-Up

Teppo Tirkkonen – Vocals
Joonas Löytönen – Guitar
Pasi Juhantalo – Guitar
Olli Laine – Drums
Juha Soini – Bass

Zu allen Reviews

Diesen Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.