Review: CALLIDICE – SHADES AMONG US

CALLIDICE zocken Melodic Death Metal und haben am 09.06.2021 eine neue EP, die auf den Namen SHADES AMONG US hört, via INVERSE RECORDS veröffentlicht. Die Kapelle stammt aus dem finnischen Jyväskylä und bestehen seit 2014. Wie das meist so ist, besteht das Line-Up der Band aus Freunden, die sich den verschiedensten Metalgenres hingegeben haben. Aus dieser Mixtur ergab sich dann Melodic Death Metal mit Einflüssen aus der Industrial-Schiene. Ihr Debüt „Anthem For Resistance“ erschien 2018 und hat im Zuge dessen diverse Bühnen in ganz Finnland bespielt. 2019 verließ der damalige Sänger CALLIDICE und ab 2020 schloss Tero Ollilainen diese Vakanz. Dadurch ergab sich in der logischen Konsequenz die Option für CALLIDICE ihren Stil weiterzuentwickeln. Das soll nun in der Form von SHADES AMONG US vorliegen.

Band: CALLIDICE
Album: SHADES AMONG US (EP)
Genre: MELODIC DEATH METAL
Label: INVERSE RECORDS
VÖ: 09.06.2021

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Wertung: ohne Wertung

CALLIDICE - SHADES AMONG US (EP)
CALLIDICE – SHADES AMONG US (EP)

Eine Welt von Despoten beherrscht.

CALLIDICEs EP SHADES AMONG US zeichnet eine dystopische Welt, die von Despotenherrschern dominiert wird. Die Bevölkerung ist zu Marionetten verkommen, und werden ihrer Rechte und Möglichkeiten ständig beraubt. Unzufriedenheit beginnt und eine Spannung unter der Oberfläche baut sich auf. Die Geschichte in SHADES AMONG US spiegelt die globale Situation der modernen Welt wider und kritisiert Machtpositionen.

Was hat also der knackige 4-Tracker zu bieten? Knallt es, zündet es, ist finnischer Melodic Death nur an Insomnium und Kalmah festzumachen? Das Intro SHADES AMONG US baut auf jeden Fall schon einmal eine gewisse Stimmung auf. Allerdings ist es jetzt auch nicht unbedingt das, worauf man den Fokus legen sollte. Allerdings ist das Intro eine gute Wahl, um eben die Erwartungshaltung weiter oben zu halten.

Und Fokus ist hier das Stichwort. Denn der Fokus liegt hier auf dem Spielfeld, welches bspw. Soilwork im Melodic Death Metal schon betreten haben. „Emperor´s New Clothes“ drückt im guten Tempo aus der Strophe heraus mit einem angenehmen Teppich aus Doublebass. Die Keyboards sind dezent gehalten und drängen im Sound nicht in den Vordergrund und fügen sich nahtlos in das Gesamtbild des Sounds ein. Hier hört man das Potential heraus, welches sich hinter CALLIDICE verbirgt. Der Track kickt ungemein und man fühlt sich phasenweise in die Zeit um das Millennium herum zurückversetzt. Auch das, mittlerweile leider sehr prominente Stilmittel, des Klargesangs in diesem angestaubten Genre bleibt hier mal draußen. Und das ist meiner Meinung nach auch gut so.

Die neuen Kleider stehen also nicht nur dem Kaiser gut, sondern auch CALLIDICE weiß mit den neuen Kleidern in Form von Sänger Tero Ollilainen zu überzeugen.

Die nächste Stufe in der Entwicklung von CALLIDICE

Frischer, unbekümmerter und dynamischer kommt Happiest Country in die Gehörgänge. Modern in der Interpretation von Melodic Death Metal, steigt man eigenständig mit Screaming ein und wechselt gekommt zum Growling und wieder zurück. Die Songstruktur ist auch hier so gewählt, dass man sich dem Happiest Country, in dem CALLIDICE leben, nicht verschließen kann. Der Chorus macht dann mächtig Spaß. Die Keyboards stehen hier allerdings mal im Zentrum des Werks. Das sorgt für die Abwechslung und die Energie des Songs überträgt sich auf den Hörer.

Mit Treehouse wird die Entwicklung dann noch weiter auf die Spitze getrieben. Der Sack mit Melodien wird noch weiter geöffnet. Eine Mixtur aus Melodie, Groove, Dramatik und kleinen Experimenten bilden hier den Abschluss. Und warum wundert es mich dann letztlich doch nicht, dass hier noch einmal Clean Vocals zum Einsatz kommen? Das macht allerdings fast gar nichts. Sie stören nicht, fügen sich gut in das Gesamtwerk Treehouse ein und sorgen für Frische und zeugen von der Eigenständigkeit der Band.

CALLIDICE aus Finnland mit der digitalen EP
CALLIDICE aus Finnland mit der digitalen EP

Des Stahlwalzers Fazit

Denn im Zug dieser Rezension habe ich mich auch mit der Vorgängerscheibe „Anthem For Resistence“ beschäftigt. Somit kann man bereits hier sagen, dass Ollilainen das vermeintlich fehlende Puzzlestück zu CALLIDICE gewesen ist. Der rote Faden, der „Anthem For Resistence“ fehlte, ist auf dieser EP vorhanden und man merkt von der ersten Sekunde, dass man sich im Hause CALLIDICE zu der EP SHADES AMONG US, richtig Gedanken gemacht hat. Und auch die richtigen Gedanken so strukturierte, dass eine vielversprechende EP das Ergebnis ist.

CALLIDICE klingen frisch, unverbraucht, dynamisch und abwechslungsreich, dass jeder Metal-Fan hier auf jeden Fall mal zumindest nen Anchecker wagen sollte. Enttäuscht werden die wenigsten sein. Also dürften sie zumindest nicht, denn fündig wird hier jeder.
Selbst bin ich auf das Album, welches dann hoffentlich auch bald erscheinen darf, gespannt. Gespannt dahingehend, ob CALLIDICE ihren eingeschlagenen Weg konsequent weiter beschreiten. Wünschenswert ist es. Denn eigenständige Frischware ist in diesem Genre ja seit knapp 10 Jahren Mangelware!
Ich halte die Augen und Ohren offen… und ihr solltet das auch!

Des Stahlwalzers Anspielspieltipps:

Happiest Country, Treehouse

Tracklist

01. Shades Among Us (Intro)
02. Emperor’s New Clothes
03. Happiest Country
04. Treehouse

Line-Up

Samuli Rasmus – Bass & Vocals (clean)
Ville Jyrkkä – Drums
Tatu Latvala – Guitars
Tero Latvala – Keyboards
Tero Ollilainen – Vocals

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