Review: ATTIKA – METAL LANDS

ATTIKA aus Melbourne, Florida kommen 2021 mit METAL LANDS, ihrem Comeback-Album, auf uns zu. Bereits 1983 gegründet haute man 1988 mit dem selbst betitelten Debüt feinsten US Metal auf den Planeten. 1991 folgte dann das Zweitwerk „When Heroes Fall“. Danach allerdings wurde es still um das Quartett, ehe 1996 die offizielle Auflösung folgte.
2018 erschien man dann wie Phoenix aus der Asche auf den Bühnenbrettern des Up The Hammers, ehe man im darauffolgenden Jahr dem Headbangers Open Air die Ehre erwies.
Nochmals satte drei Jahre später haben ATTIKA nun mit METAL LANDS das dritte Langeisen am Start, welches dann letztlich am 26.02.2021 über das Label PURE STEEL RECORDS auf dem Markt erscheinen wird.
Was von METAL LANDS zu erwarten ist, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Band: ATTIKA
Album: METAL LANDS
Genre: US METAL
Label: PURE STEEL RECORDS
VÖ: 26.02.2021

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Wertung: 3,5 / 5 Punkte

ATTIKA - METAL LANDS
ATTIKA – METAL LANDS

Was lange währt…

… wird das dann auch endlich gut? Dieser Frage werde ich hier mal versuchen auf den Grund zu gehen.
Sicherlich ist die durchaus ungewöhnliche Funkstille zwischen dem letzten Album und METAL LANDS nicht als Maßstab zu betrachten. Denn knappe 30 Jahre sind eine lange Zeit, somit könnte man vielleicht auch eher über ein Debüt-Album reden. Was in 30 Jahren alles passieren kann, können ja die älteren Semester unter uns am Besten reflektieren.

Mit dem Titeltrack „Metal Lands“ steigt man also in das Album ein. Was sofort auffällt ist der fette Sound. Was für eine US-Band jetzt nicht sonderlich überraschend ist. Gute 90% der Produktionen sind vom Sound her einfach fett. Anders lässt sich das kaum beschreiben. Die Abstimmung zwischen den Instrumenten ist On-Point. So ist es ein Leichtes, dass sich auch der Gesang dort hervorragend einfügt.
Stilistisch erklingt eben typischer, amerikanisch geprägter Heavy Metal. Mal verspielt, mal etwas proggi und fettes Riffing, einen treiben Bass und grundsolides Drumming. Das sind die Trademarks, die in „Metal Lands“ vorgetragen werden.
Handwerklich ist das großer Güte und so fügt sich „8 Track Days“ nahtlos ein. Auch hier setzt man auf einen treibenden Beat, einen druckvollen Bass, eine angenehme Melodieführung und somit ist diese Groove-Nummer auch eingängiger und lädt das Tanzbein zum mitzucken ein.

Wo gehts ins Metal Land?

ATTIKA ziehen nach dieser Phase des Grooves mit „Like A Bullet“ das Tempo wieder an. Ohne aber auf die vorgenannten Markenzeichen zu verzichten. Somit setzt man gerade in dem Refrain auf mehr Ausdruck um die Message des Songs „Like A Bullet“ in euren Gehörgängen zu platzieren. Hier darf ich feststellen, dass ATTIKA zu diesem Zeitpunkt von „Metal Lands“ noch ausgereifter klingen. Gerade das stampfende Ende, gekrönt von einem Soundsample, indem eben ein Schuss aus einer (vermutlichen) Pump Gun abgefeuert wird – auch wenn das schon abgenudelt ist – bereitet dem Song einen gelungenen Abschluss.

Randnotiz zu ATTIKA

Seit Anbeginn sind der Frontmann und
Sänger Robert Van War und Schlagzeuger Jeff Patelski in der Formation
vertreten. Bassist Glenn Anthony und Gitarrist Bill Krajewski vervollständigen das
aktuelle Line-Up.

Quelle: Pure Steel Records Promosheet zu ATTIKA – METAL LANDS

Metal Lands? Das gelobte Land?

Von der langsamen, melancholischen Nummer „Darkness of the Day“ habe ich mir persönlich etwas mehr versprochen. Hier plätschert der Song so vor sich hin und kann nur bedingt mit seinen vorherigen Kollegen mithalten. Natürlich ist auch hier spielerisch alles US-Metal, dennoch zündet dort der Song nicht und eine Dunkelheit mag ich nicht so wirklich verspüren. Das Highlight ist zweifelsohne der Solopart. Bleibt zu hoffen, dass auf METAL LANDS der Schalter wieder umgelegt werden kann.

Glücklicherweise besinnt man sich im Hause ATTIKA mit „The Price“ dann wieder seiner Wurzeln. Der 80er Jahre Metal-Einfluss ist zu jeder Sekunde spürbar. Gitarrenläufe im Stile Iron Maiden, gepaart mit der Stilistik, mit denen gerade US-Bands in den 1980ern große Erfolge feiern durften. Der Song wirkt eingängig, hat einen großartigen Erzählcharakter und macht einfach richtig Spaß.
In fast die selbe Kerbe schlägt dann ebenso „Thorn In My Side“. Wobei hier eher Vergleiche zu den frühen 90ern gezogen werden müssten. Und auch nicht NWOBHM als Eingangsschild hängen darf, sehe ich hier eine größere Übereinstimmung und Überschneidung mit den Erstlingswerken von Annihilator.

Attika Bandpic
Attika, 9/20/18 publicity photos | Rob Van Wart #photosbykevinroberts

Das ATTIKA nicht mit gedrosseltem Tempo punkten können – also zumindest bei mir nicht – fällt auch „Run With The Horseman“ eher hinten ab. Einflüsse von Accept werden hier allerdings deutlich hörbar. Nur gefällt mir die Umsetzung nicht sonderlich. Mit dem Gitarrensolo rüttelt man wieder etwas wach und die Melodieführung direkt danach verspricht viel. Was aber im Anbetracht der Tatsache einer schwächeren Strophe nicht gehalten werden kann. Schade eigentlich.

ATTIKA zum Abschluss

ATTIKA wären aber wohl nicht ATTIKA, wenn man auf METAL LANDS nach einer vermeintlichen Schwächephase nicht sofort wieder die Regler hochschieben und mit einer weiteren schnelleren Nummer aufwarten würden. So passiert es, dass man sich mit „Sincerely Violent“ wieder fixer, ausgereifter und druckvoller präsentiert, inklusive eines richtig starken Solos.
Den Abschluss des METAL LANDS bilden dann „Gold“ und „One Wish“. Auch hier ziehen die beiden Songs zum Teil an mir vorbei. „Gold“ erinnert mich an die Scorpions in den 80ern. Irgendwo zwischen Big City Nights, Make It Real, Bad Boy Running Wild… allerdings auch nur phasenweise. Somit plätschert „Gold“ daher.
„One Wish“ startet mit einem schönen Akustikintro. Doch das, was so vielversprechend beginnt, kann nicht in den Song übertragen werden. Garantiert wird hier eine emotionale Geschichte erzählt, Gefühle verarbeitet und der Song darf eher als Ballade gesehen werden. Das hier ein persönliches Ereignis eines Bandmitglieds verarbeitet wird, lässt sich zwar nur erahnen, aber soll mich doch jemand Lügen strafen, sollte es nicht so sein.

Des Stahlwalzers Fazit

ATTIKA wagen nach langer Pause neben dem Live-Comeback nun auch ihr Comeback. Die US-Amerikaner haben mit METAL LANDS ein Album im Gepäck, da zukünftige Liveaktivitäten der Band unterstützen sollte. ATTIKA konzentrieren sich auf METAL LANDS dem Heavy Metal aus Übersee so treu wie nur irgend möglich zu sein. Das gelingt ihnen. Zwar ist METAL LANDS eine Berg- und Talfahrt, die Höhepunkte haben aber dennoch den größeren Anteil. Gerade Songs wie „The Price“, „Thorn In My Side“ und „Sincerley Violent“ haben großes Potential. Auch wenn definitiv noch eine Schippe drauf gelegt werden könnte. Man soll ja aber auch nicht gleich alles in die Waagschale werfen, nech.

Das man von einem 10-Track-Album mit einer Gesamtspielzeit von knapp 48 Minuten kein Hitgewitter erwarten darf, sollte klar sein. Das schafft einfach niemand. Darum geht es aber nicht. ATTIKA melden sich auf jeden Fall mit einem guten Album zurück und haben eine bunte Schnittmenge an US-Metal im Rucksack der Glückseligkeit um den Weg in die METAL LANDS zu beschreiten.

Das Album wird als limitierte Vinyl Edition von 300 schwarzen Exemplaren und Insert veröffentlicht.

Des Stahlwalzers Anspielspieltipps:

The Price, Thorn In My Side, Sincerely Violent

Tracklist

01. Metal Lands
02. 8 Track Days
03. Like A Bullet
04. Darkness Of The Day
05. The Price
06. Thorn In My Side
07. Run With The Horseman
08. Sincerely Violent
09. Gold
10. One Wish

Line-Up

Robert Van War – vocals
Bill Krajewski – guitars
Glenn Anthony – bass
Jeff Patelski – drums

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