Review: ANNEXATION – INHERENT BRUTALITY

ANNEXATION stammen aus Berlin, zimmern Thrash Metal und haben mit INHERENT BRUTALITY ihren ersten Longplayer am Start. Die Platte wird am 25.09.2020 über Iron Shield Records / Pure Steel Records auf die Menschheit losgelassen. Und das nicht nur im CD-Format, denn auch der Vinyl-Liebhaber kann hier zugreifen.

Band: ANNEXATION
Album: INHERENT BRUTALITY
Genre: THRASH METAL
Label: IRON SHIELD RECORDS
VÖ: 25.09.2020

Links:
Facebook
Bandcamp

ANNEXATION - INHERENT BRUTALITY
ANNEXATION – INHERENT BRUTALITY

Wertung: 4,0 von 5,0 Punkten

Bewertung: 4 von 5.

ANNEXATION aus Berlin? Aus Berlin!

Ja, ich konnte mir den nicht verkneifen. Auch wenn ich damit jetzt dem einen, oder anderen auf den Pinsel trete. Aber hey, es geht hier um Thrash Metal, und da ist doch irgendwie sowieso alles erlaubt.
Nun aber kümmern wir uns um ANNEXATION und INHERENT BRUTALITY! Das Promosheet erzhählt uns von der Gründung im Jahre 2015, angetrieben von Lizard Gonzales a.k.a. Uncle Crocodile. Ziel ist es schnellen und aggressiven Thrash Metal zu zocken, inspiriert und beeinflusst von Bands wie Slayer, Exodus, Demolition Hammer, Power Trip und Violator. Also, immer hart am Gas und schön brutal und das natürlich auch in den Lyriks. Für schwache Nerven soll das nichts sein. Also obacht!

Nach der Demo „Reptile World Order“ aus 2017, folgte 2019 die MCD „Jackhammer Treadment“. Somit ist es letztlich die Konsequenz 2020 das Debütablum „INHERENT BRUTALITY“ von der Kette zu lassen!

Aber Thrash Metal aus Berlin? Ja sicher, denn es kann nicht immer Ruhrpott sein! Das Berlin über eine entsprechende Szene verfügt, durfte ich nicht zuletzt bei meinen Festivalbesuchen des Protzen Open Airs feststellen. Und somit ist es nur logisch, dass auch der Hauptstadt-Underground die eine, oder andere Kapelle wie ANNEXATION für uns bereithält.

Druck, Drall, Geschwindigkeit… und Groove

Schon gleich mit dem Opener „A.T.R.“ machen ANNEXATION sofort klar, wohin die Reise auf INHERENT BRUTALITY gehen wird. Es wird gehalten, was versprochen wird. Einflüsse von Slayer, Exodus und anderen BayArea-Konsorten sind durchaus hörbar. Die Mischung aus Speed und Groove macht hier das Songgerüst rund. Nebenher macht auch die amtliche, fette Produktion auf sich aufmerksam. „A.T.R.“ schrotet sich gar gut in den Hörkanal, wie es sich eben für einen starken Opener eines amtlichen Thrash Metal Album gehört.

Das Hörerlebnis wird dann mit „Beyond Humanity“ etwas verändert. Denn auch Midtempo und Groove kann man! Anfänglich schlägt auch „The Beast“ in die gleiche Kerbe, bevor in der Mitte des Tracks der V6-Motor geflutet wird und das Quintett wieder dermaßen Fahrt aufnimmt, dass man förmlich nach Luft schnappt.
In dieser Form ist das gesamte INHERENT BRUTALITY gegossen worden. Man versteht es sich auf die klassischen Thrash Metal Elemente zu konzentrieren und geht hier von der ersten Sekunde an grundsolide zu Werke. Die Songstrukturen sind eingängig und klar. Es gibt kaum Wirrungen und alles wirkt homogen aufeinander abgestimmt. Das hört man in jeder Sekunde der Platte und darf als großes Plus gewertet werden.

ANNEXATION aus Berlin schreddern feinsten Thrash Metal
ANNEXATION aus Berlin schreddern feinsten Thrash Metal

Ein ganzer Batzen Aggressivität

Getragen wird die musikalische Darbietung in jeder Sekunde von den aggressiven Vocals. Von der Sache her müsste man es der Theorie her mit „Vokillz“ bezeichnen. Denn gepaart mit der schreddernden Klampfe, den treibenden Drums und nicht zuletzt dem groovenden Basspiel, brüllt sich Sänger Infektöör förmlich die Seele aus dem Leib. Man nimmt ANNEXATION zu jeder Zeit die rotzige Thrash Metal-Attitüde ab. Hier wird nichts kopiert. Die Eigenständigkeit steht im Vordergrund.

Sicherlich gibt es auch weniger lichte Momente, die sind aber auch an zwei Fingern abzuzählen. Bei „Global Assasin Grid“ setzt man zwar im Anfang auf ein gesprochenes Intro und sorgt mit der Songeröffnung für Abwechselung, allerdings fällt der Song im Vergleich zu Nackenbrechern wie „Beyond Humanity“ oder dem Titeltrack „Inherent Brutality“ leicht ab.
Allerdings denke ich, dass das auf der Vinyl-Version kaum ins Gewicht fallen wird. Denn mit der Pause beim Umdrehen der Platte, verschafft man sich etwas Erholung und hat somit die Möglichkeit, sich neu zu fokussieren.

Im letzten Drittel des Langeisens sticht dann noch einmal „Craving for Flesh“ raus. Ein Riffgewitter wie man sich wünscht. Tempo zu jeder Sekunde und ein groovender Part im mittleren Tempo sorgen hier wohl für größte Abwechselung innerhalb der Platte. Der Sodom-Fan wird hier die eine oder andere Parallele zu den Gelsenkirchener-Urgesteinen ziehen können.
Den Abschluss bildet dann „Raped and Impaled“. Ein bisschen mehr als 2:30 Minuten noch einmal thrashigen Hochdruckkessel, damit auch ja jeder weiß um was es hier geht.

Fazit zu ANNEXATION und INHERENT BRUTALITY

Iron Shield Records haben eine feines Näschen für guten Underground und sich mit ANNEXATION eine Truppe an Land gezogen, die für feinen Thrash Metal steht. Die Produktion ist amtlich, druckvoll und klar, ohne klinisch oder gar überproduziert zu klingen. INHERIT BRUTALITY ist ein deutliches Zeichen dafür das Thrash Metal Made in Germany immer Konjunktur hat. Auch wenn gerade nicht Hochkonjunkturzeit für Thrash Metal zu sein scheint.

ANNEXATION bedienen gekonnt die Mischung aus BayArea-Thrash und Thrash Metal, wie er in Europa, respektive Deutschland verstanden wird. Diese Mixtur aus Szenegrößen wie Slayer, Exodus, Demolition Hammer, Violator, sowie Kreator, Sodom, oder Destruction steht ANNEXATION sehr gut zu Gesicht.
Und das Beste daran: Es klingt nicht abgekupfert, sondern durch die Bank weg eigentständig und schon fast jugendlich erfrischend, in einem – phasenweise angestaubten – Genre!

Liebe Thrash-Gemeinde: legt euch die Platte zu! Absolute Kaufempfehlung und 4 von 5 Punkten. Denn letztlich denke ich, ANNEXATION sind nach INHERENT BRUTALITY noch lange nicht fertig. Da geht noch was!

Die Stahlwalzer Anspielspieltipps:

A.T.R., Beyond Humanity, Craving for Flesh

Tracklist

01. A.T.R.
02. Beyond Humanity
03. The Beast
04. Holycaust
05. Inherent Brutality
06. Wrecked
07. Global Assassin Grid    
08. Colonia Dignidad
09. Craving for Flesh
10. Masscontamination
11. Raped and Impaled

Line-Up

Infektörr – Vocals
Lizard Gonzales aka Uncle Crocodile – Guitars
Rotten Piranha – Bass
Sickfuck Sanchez – Guitars
Volcanic Nun Desecrator – Drums



Zu allen Reviews

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.