Review: DEAD SHAPE FIGURE – QUATUOR POST NIHIL

DEAD SHAPE FIGURE aus Vantaa, Finnland haben uns mit QUATUOR POST NIHIL im Dezember 2020 noch mit einer EP den Jahresausklang versüßt. Diese EP ist nur als kleiner Appetitanreger zu verstehen, denn spätestens im Frühjahr 2021 dürfen wir einen vollwertigen Langspieler aus der Feder Rund um Sänger Galzi erwarten.
Was wir von QUATUOR POST NIHIL erwarten dürfen, folgt in den nächsten Zeilen.
Erhältlich ist die EP ausschließlich in digitaler Form auf den üblichen Streamingplattformen und via Bandcamp.

Band: DEAD SHAPE FIGURE
Album: QUATUOR POST NIHIL (EP)
Genre: MELODIC DEATH METAL
Label: INVERSE RECORDS
VÖ: 09.12.2020

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DEAD SHAPE FIGURE - QUATUOR POST NIHIL
DEAD SHAPE FIGURE – QUATUOR POST NIHIL

Wertung: 4,0 von 5,0 Punkten

DEAD SHAPE FIGURE – Riffgewitter, Lyriks und was sonst noch?

Ich öffne das Promopackage und ein eher neutrales Cover, ohne viel Schnickschnack, grinst mich an. Ich lese die Infos und stelle fest, es handelt sich um eine 4-Track EP. DEAD SHAPE FIGURE?
Der Name sagt mir doch was… doch irgendwie kann ich den Nebel meiner Gedanken nicht ganz durchdringen. Melodic Death Metal ist aber doch irgendwie genau meine Baustelle.
Okay, irgendwann werde ich vielleicht mal was von den Jungs gehört haben. Warum? Ganz einfach, die Truppe existiert bereits seit 2003.

Im Jahr 2008 erschien dann mit „The Grand Karōshi“ das Debütalbum. In aller Regelmäßigkeit veröffentlichte man weitere Scheiben und somit machte man sich nach der 2018 erschienenen Langrille „Cacoëthes“ im vergangenen Jahr noch auf mit QUATUOR POST NIHIL eine EP auf die Menscheit loszulassen.

„Quatuor Post Nihil an ode to continuity. An ode to improbability that gets a form of a completed, very heavy song time after time. The lyrics and the riffs just doesn’t let you escape.“

Schreihals „Galzi“ äußert sich zu der EP

Also, gespannt wie das Seil eines Ölfrachters im Hafen vor Anker lasse ich mich nun natürlich nicht mehr davon abbringen die Playtaste zu drücken.

QUATUOR POST NIHIL: Schranke auf, freie Fahrt.

Vorweg muss ich gestehen, dass ich mir noch DEAD SHAPE FIGURE´s Vorgängerscheiben angehört habe, bevor diese Zeilen den Weg aufs Papier gefunden haben. Gerade beim bereits erwähnten Erstlingswerk „The Grand Karōshi“ hat man festgestellt, dass DEAD SHAPE FIGURE dort sinnbildlich alles in Schutt und Asche gelegt haben. Stilistisch ist diese Platte auch eher dem Thrash Metal einzuordnen. Aber hier geht es ja um QUATUOR POST NIHIL.
„Composition X“ ist der Opener und der Einstig wirkt wohlig warm, ehe dieses Gefühl von einem harten Riffing zerschlagen wird. Dazu gesellt sich ein aggressives Shouting und getragen wird das Spektakel von der Rhythmusfraktion.
Was aber hier direkt auffällt, ist die Tatsache, wie abgerundet und abgestimmt das alles wirkt. Soundtechnisch orientiert man sich eher in Schweden, als in der Heimat. Die Melodieführungen wirken durchweg gradlinig und selten sperrig oder gar progressiv. Auch wenn vielleicht zu viel Idee in zu kurzer Trackzeit verpackt wurde.

Ein erstes Highlight erwartet einen dann mit dem Song „Batrachomyomachi“. Gleich zu Beginn wird hier zum Gitarrenduell aufgefordert und so rauscht der LKW auch durch die Sperrschranke und Fahrt ist frei. Und der Chorus hätte auch gut und gerne auf Hypocrisys „A Taste Of Extreme Divinity“ erscheinen können. Und mit diesem Moment setzt sich die EP auch fort. Klar werden irgendwo vielleicht Elemente der frühen Werke von Soilwork oder The Haunted hergezogen werden können. Allerdings sehe ich hier eher eine Parallele zu den letzten Veröffentlichungen Peter Tägtgrens und Hypocrisy. Das lässt sich nicht zuletzt an den Gitarrensounds ausmachen. Denn auch die Vocals schlagen in eine ähnliche Kerbe.

Einflüsse und Selbstfindung

Mit „The Worship of Ashes“ wird dieser Weg weiter beschritten. Denn auch hier hier wird gekonnt mit den Stilmitteln einer harten und schnellen Strophe gearbeitet, welche dann in einem von der Geschwindigkeit gedrosselten, aber dennoch treibenden Refrains übergeht. DEAD SHAPE FIGURE spielen hier musikalisch auch wieder mehr mit Einflüssen aus Moderne und Vergangenheit.

DEAD SHAPE FIGURE haben im Dezember 2020 noch fix eine EP für uns bereitet.
DEAD SHAPE FIGURE haben im Dezember 2020 noch fix eine EP für uns bereitet.

Zum Abschluss gibt es: DEAD SHAPE FIGURE

Leider Gottes ist bereits nach dem vierten Song „Foul Doctrine Of Idiocy“ auch schon wieder Feierabend. Dennoch wird mit Foul Doctrine Of Idiocy“ noch einmal ein Abschluss geschaffen, der wohl so facettenreich wie nur irgend möglich sein soll. Ein Gitarrenduett, welches sich nirgends verstecken muss. Ein massiver Chorus, der von seiner Eingängigkeit lebt. Ein gelungener Abschluss eines vielversprechenden Appetizers.

Des Stahlwalzers Fazit

Überrascht es, wenn es eine finnische Band sich auf die Fahne schreibt, sich in eine Richtung zu entwickeln, die eher den Kollegen aus Schweden gut zu Gesicht steht? Eher kaum. Denn im Hause DEAD SHAPE FIGURE hat man mit dieser EP einen Schritt gemacht, der soundtechnisch nur in diese Richtung geht.

Sind die Full Length Alben bisher eher thrash-lastig gewesen, zeigt man mit QUATUOR POST NIHIL ein weitaus melodiöseres und auch abgestimmteres Gesicht. Man lädt zum headbangen ein, wirkt eingängig und hat bei dem einen, oder anderen Chorus durchaus Hitpotential geschaffen. Somit macht die EP echt Appetit auf den Langspieler, der uns dann hoffentlich im Frühjahr 2021 erreichen wird.

Gerne dürfen DEAD SHAPE FIGURE aber auf dem zukünftigen Album dem einen oder anderen Song durchaus noch Zeit zum atmen einräumen. Das eine oder andere Songfragment auf QUATUOR POST NIHIL kommt phasenweise vielleicht gar nicht so zu Geltung. Positiv ist aber hervorzuheben, dass sich DEAD SHAPE FIGURE auch nach 17 Jahren Bandgeschichte immer noch in der Lage sehen, sich zu entwickeln, Ideen zu schaffen und einfach positiv kreativ sind – ohne sich selbst, oder jemand anderen 1:1 zu kopieren.
Auf jeden Fall sind die knappen 20 Minuten Spielzeit ein hervorragender Anreger! Mein Interesse ist jedenfalls geweckt.

Des Stahlwalzers Anspielspieltipps:

Batrachomyomachi, The Worship of Ashes

Tracklist

01. Composition X
02. Batrachomyomachi
03. The Worship of Ashes
04. Foul Doctrine Of Idiocy

Line-Up

Galzi – Vocals
Ville Sahakangas – Drums
Neissu – Lead Bass
Seppo Nummela – Guitar
Juhani Flinck – Guitar

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